Albert Bodem war das jüngste Kind von Majam und Karl Bodem. Er wurde am 4. September in Heidelberg geboren, wo sein Vater ein Malergeschäft betrieb.
Über sein Leben ist wenig bekannt; er machte eine kaufmännische Lehre und war im September 1940 für einen Monat in Frankfurt gemeldet, kam dann wieder zurück nach Heidelberg, wo seine Familie seit 1939 in der Häuselgasse 28 wohnte.
Der nach der Machtübergabe an die NSDAP wegen des jüdischen Glaubens seiner Mutter immer weiter wachsende Druck auf die Familie hatte bereits seine Geschwister Charlotte und Ludwig ins Exil getrieben. Albert selbst war am 10. Dezember 1940 aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgetreten.
Solange sein Vater Karl – von den Nazis als „arisch“ eingestuft – lebte, waren er und seine Mutter durch diese „Mischehe“ geschützt. Als dieser jedoch am 20. April 1943 an einer Lungenentzündung starb, verloren sie diesen Schutz.
Keine zwei Monate später, am 15. Juni 1943 kamen Polizisten und deportierten Albert und seine Mutter. Eine Kirchheimer Nachbarin – damals acht Jahre alt – erinnert sich, dass ein schwarzer Kastenwagen vorfuhr und sie mitnahm.
Albert konnte kurz vor dem Abtransport nach Stuttgart noch eine Postkarte an seine Großmutter schreiben:
Wir sind hier in Stuttgart und fahren Morgen weiter nach Auschwitz (Oberschlesien). Bis jetzt geht es uns gut. Haltet Kopf hoch wir auch. Alles Gute und viele Grüsse und Küsse von Mutter und mir an alle Verwandten und Nachbarn(?), Fam. Paulus, Sauter, Kussel, Thürgarten [Dorgathen], Meyer und alle anderen von eurem Albert.
Schließlich ist noch eine Postkarte von ihm aus dem Lager Auschwitz-Birkenau vom 25.7.1943 überliefert:
Meine Lieben und Liebe Großmutter. Ich befinde mich hier im Arbeitslager und fühle mich noch wohl und erhoffe dasselbe von Euch. Wir dürfen hier nun Packete empfangen (Lebensmittel u. Rauchwaren bis 3 kg) auser Medikamenten und Flüssigkeiten. In dem ich euch für alles danke seid Herzlich gegrüßt und geküsst von eurem Albert“.
Der deutsche Apparat hat Albert Bodem noch 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermorden lassen. Am 8.5.1945 wurde er für tot erklärt.
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