Maria Bodem mit mit ihrem Mann nach der Geburt ihres Sohnes Ludwig, ca. 1919
Maria Bodem wurde als Majam Chaimowa Zwornick am 8. März 1899 in Bielsk, Grodnow/Polen geboren.
1918 heiratete sie Karl Bodem, der ab 1925 in Heidelberg ein Malergeschäft betrieb. Das Ehepaar bekam vier Kinder. Das älteste, Ludwig, kam 1919 zu Welt, es folgten 1920 Charlotte, 1922 Wolfgang, der schon 1923 im Alter von knapp einem Jahr starb, und 1923 Albert. Die Familie zog die Kinder im jüdischen Glauben auf.
Seit 1932 wohnten die Bodems in Kirchheim in einem Haus der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz in der Zentstraße 6.
Nach der Machtübergabe an die NSDAP wuchs der Druck auf die Familie rasch. Maria Bodems Mann musste sein Geschäft schließen, da ihn die Regierung in einer „Mischehe“ sah, und vermutlich auch die städtische Wohnung räumen, denn ab 1939 wohnte die Familie in der Häuselgasse 28.
Die Eltern konnten Sohn Ludwig 1937 und Tochter Charlotte 1939 außer Landes bringen.
Solange ihr Mann lebte, waren Maria Bodem ihr Sohn Albert durch die „Mischehe“ geschützt. Als er jedoch am 20. April 1943 an einer Lungenentzündung starb, verloren sie diesen Schutz.
Für eine Auswanderung war es nun zu spät. Keine zwei Monate später, am 15. Juni 1943, holte die Polizisten sie zur Deportation ab. Eine Kirchheimer Nachbarin – damals acht Jahre alt – erinnert sich, dass ein schwarzer Kastenwagen vorfuhr und sie mitnahm.
Maria Bodem aus konnte aus dem Lager Auschwitz-Birkenau am 25. Juli 1943 noch eine Postkarte an ihre Schwiegermutter schreiben, die sich zu dieser Zeit in Straßburg aufhielt:
„Meine Lieben, Ich bin gut angekommen. Ich bin gesund und arbeite. Schreibt mir bald Antwort. Wie geht es Euch Allen. Hoffentl. gut. Herzl. Grüsse und Küsse. Hoffentl. Ist d. Mutter noch gesund. Eure Maiam Bodem“.
Die NS-Regierung ließ Maria Bodem in Auschwitz ermorden. Das genaue Datum ist unbekannt, sie wurde am 8. Mai 1945 für tot erklärt.
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